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Generationenmix in Unternehmen

Fair Company Advertorial Nr.3 20 Jahre

Sonderseiten im Handelsblatt zum 20. Jubiläum von Fair Company, erschienen: Januar, 2025 Fair Company Jubiläumsausgabe

Redaktion: Almut Steinecke, Grafik: Katharina Höhner

Generationenmix in Unternehmen
Altersdiverse Teams als Schlüssel zum Erfolg

Der demografische Wandel lässt Deutschland wanken. Um es wirtschaftlich gangsicher zu machen, müssen Unternehmen mit Führungsmodellen reagieren, die es so vorher nicht gab – und Türöffner für die Zukunft sind.

Deutschland ist alt geworden. Aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zufolge kommen hierzulande weniger Babys auf die Welt, als Menschen von ihr gehen. Im Jahr 2023 habe es zwar fast 700.000 Neugeborene gegeben. „Die Anzahl der Verstorbenen“, bestätigt Dr. Sven Jung vom Handelsblatt Research Institute (HRI) beim Blick auf die Zahlen, „liegt aber leider bei rund einer Million – also sehr viel höher.“ Die Geburtenbilanz habe damit zuletzt bei über 300.000 mehr Sterbefällen als Geburten gelegen. Auch die Geburtenrate sei in den vergangenen Jahren deutlich unter der Sterberate gewesen. „Im Jahr 2023 gab es in Deutschland ungefähr 8,2 Neugeborene pro 1.000 Einwohner, allerdings rund 12,2 Sterbefälle“, führt Jung auf Basis der Zahlen von Destatis weiter aus.

Der demografische Wandel schlägt sich auf die deutsche Wirtschaft nieder, besonders die stark altersdiversen Traditionsunternehmen müssen spätestens jetzt ganz schwer ins Nachdenken kommen, rät Prof. Dr. Jutta Rump, Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability IBE in Ludwigshafen. „Wenn sie jetzt nicht Maßnahmen ergreifen, um die verschiedenen Generationen gut zusammenarbeiten zu lassen, dann bleiben diese Unternehmen auf der Strecke“, warnt die Wissenschaftlerin.

Neue Führungsmodelle könnten das zum Beispiel verhindern. Da gibt es das „Shared Leadership“, bei dem zwei Leader unterschiedlichen Alters die Führung gemeinsam stemmen, auch Feedbackgespräche mit Mitarbeitenden zusammen machen. Ein anderes Modell ist das „Reverse Mentoring“, bei dem verschiedene Generationen mithilfe gewaltfreier Kommunikation voneinander lernen.

Altersdiverse Teams Fair Company Advertorial

Und wieder ein anderes, bei dem Alt und Jung erfolgreich zusammenarbeiten, findet man bei Vodafone. Hier heißt das Modell „Shadow Board“ mit Tabea Lieser, 28, Business Manager Expert des CIOs bei Vodafone Deutschland, und Felicitas von Kyaw, 56, Geschäftsführerin Human Resources Vodafone Deutschland. Tabea Lieser ist eine der Gründerinnen des sogenannten Next Gen Labs bei Vodafone mit Fokus auf die Gen Z, also den zwischen 1995 beziehungsweise 1998 und 2010 geborenen Menschen. Felicitas von Kyaw unterstützt das Next Gen Lab als Schirmherrin.

Denn diese sind nicht nur eine Hauptkundschaft bei Vodafone. Auch sonst diskutiert über sie aktuell ganz Deutschland. Faul sei sie, diese Gen Z. Ständig auf Social Media, ständig online (weil ja als erste mit dem Smartphone aufgewachsen). Bindungsscheu, unentschlossen, gierig nach Work-Life-Balance – die Liste der Vorurteile ist lang. Damit vor allem ältere Mitarbeitende nicht über sie stolpern und sich selbst so ausbremsen, braucht es einen Perspektivwechsel.

„Balance zwischen Berufs- und Privatleben ist superindividuell“

Dabei kann die 28-jährige Tabea Lieser helfen. Als Business Manager Expert des CIOs bei Vodafone Deutschland findet sie es schwierig, wenn immer behauptet wird, jungen Menschen sei vor allem die Work-Life-Balance wichtig. „Die entscheidende Frage für mich ist, was wir unter ,Work-Life-Balance‘ verstehen“, sagt Lieser. „Ich habe oft das Gefühl, dass Menschen aus älteren Generationen damit assoziieren, dass junge Leute sich nur ungern die Hände schmutzig machen und selten Vollgas geben.“

Für sie persönlich bedeute Work-Life-Balance „ein erfolgreiches Berufs- und erfülltes Privatleben zu haben. Wie genau die Balance zwischen Berufs- und Privatleben dabei aussieht, ist superindividuell“, so Lieser. „Ich persönlich habe sehr hohe Ansprüche an meine Arbeitsleistung, aber das ist längst nicht alles, was mir im Leben wichtig ist. Ich bin mir sicher, dass eine Work-Life-Balance für viele Menschen aus verschiedensten Generationen wichtig ist. Nur beschreibt das nicht jeder mit diesem Ausdruck.“

Umso wichtiger, sich für Perspektiven anderer Menschen zu öffnen, unterstreicht Lieser: „Wenn erfahrene Mitarbeitende Kolleginnen und Kollegen der Gen Z als faul einstufen, versperrt das genauso den Austausch untereinander wie, wenn jüngere Mitarbeitende ihre älteren Kolleginnen und Kollegen als beratungsresistent erklären.“

Das sei ein großer Fehler, denn „die Zusammenarbeit mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen zeigt, dass gemeinsame Ziele stärker verbinden als Unterschiede“, sagt Tabea Lieser, „im Endeffekt wollen wir alle oft das Gleiche.“ Die Bedürfnisse des Gegenübers zu verstehen, sei dabei der entscheidende Faktor. „Viele Menschen, unabhängig von ihrem Geburtsjahr, wollen zum Beispiel Wertschätzung für ihre gute Arbeit erfahren“, erklärt Lieser. Sinnstiftung und bereichernde Freizeit neben dem Job reihten sich ebenfalls in diese Liste ein, wie sie im Austausch mit Felicitas von Kyaw reflektierte.

In einer ihrer ersten Sparring-Sessions „mit Feli haben wir beispielsweise sehr schnell gemerkt, wie wichtig es für uns alle ist, dass wir bei Vodafone Fehlverhalten immer und direkt ahnden – klar und unmissverständlich mit einer Zero-Tolerance-Regelung.  Das ist nur ein Beispiel von vielen, das zeigt, wie ähnlich wir die Dinge oftmals auch sehen“.

6 Hacks zum empathischen Umgang mit Mitarbeitenden

Freude auf Digitales bei Mitarbeitenden wecken

Fehlverhalten resultiert oft aus Angst vor Veränderung und – gerade in Zeiten von KI – Sorge um den Arbeitsplatz. Diese kann Felicitas von Kyaw aber nehmen, „das Wichtigste zuerst“, sagt sie: „Sorgen waren schon immer der Begleiter von Veränderungen. Das ist bis heute so. Auch und vor allem bei der Digitalisierung. Bei der älteren Generation, aber auch bei jüngeren Menschen.“ Ganz egal bei wem, sagt sie: „Es ist wichtig, Sorgen ernst zu nehmen und sie offen anzusprechen. Denn nur, wo Sorgen ausgeräumt oder zumindest adressiert werden, kann Lust auf und Offenheit für Neues entstehen.“

Um die Freude auf Digitalisierung/KI bei Mitarbeitenden zu wecken, „können wir die Möglichkeiten und Chancen von neuen Technologien aufzeigen“, so von Kyaw weiter. „Denn Maschinen und Algorithmen kommen, um uns zu unterstützen. KI, Daten und Digitalisierung können jedem Einzelnen von uns helfen schneller, effektiver und kreativer zu arbeiten.“

Dafür brauche es personalisierte Trainings und erste Anwendungen im Arbeitsalltag für die Mitarbeitenden, so von Kyaw. Und dafür wiederum „ist eine Kultur zu fördern, in der Lernen wie selbstverständlich zum Arbeitsalltag dazugehört“, sagt sie. „Und es liegt an uns Führungskräften, Mitarbeitende zu ermutigen, Neues auszuprobieren. Wer das tut, legt den Grundstein dafür, Veränderung als Chance zu nutzen.“

Und das ist wichtig. Denn die Zukunft hat keine Zeit mehr. Braucht Führungskräfte, die sich mit Mitarbeitenden als Menschen vernetzen.
Und damit Berge versetzen.

Fair Company Jubiläum

Seit 20 Jahren schafft Fair Company Transparenz für den Berufsstart. Initiiert wurde das Netzwerk 2004 vom Handelsblatt, um auch in einem schwierigen Arbeitsmarkt gute Bedingungen zu schaffen und der damaligen „Generation Praktikum“ einen besseren Berufsstart zu ermöglichen. Mit der Arbeitswelt und dem Wandel zum Bewerbermarkt verändern sich stetig auch die Kriterien, die Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber für Young Talents machen. Die Prüfung und Aufnahme als Fair Company erfolgt zusammen mit dem Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) als wissenschaftlichem Partner.

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    Liam R. Becker
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